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Interview mit Mike von I.M.Nail

Hallo Jungs. Danke dass Ihr euch die Zeit nehmt, uns folgende Fragen zu beantworten. Zu Beginn fangen wir mal mit einer Leserfrage an: Wie kommt es, dass Ihr nach außen hin, normal wirkende Menschen, ausgerechnet solche Musik macht?
Das kann man jetzt so oder so verstehen!?! Was genau sind „normale“ Menschen und was meinst Du mit „solcher“ Musik? Musikalisches Schaffen spiegelt das Innere eines Künstlers wieder, das ist auch bei uns so. Hörst Du unsere Musik, lernst Du auch ein Stück weit tiefer die Persönlichkeiten kennen, die hinter I.M.NAIL stecken und der äußere Eindruck von „normal“ relativiert sich angesichts unseres Styles wohl wieder sehr schnell. Individueller Stil der Musiker selbst und kreativer Geist erschaffen die Musik von I.M.NAIL. Abseits ausgetretener Pfade, unbeeindruckt von Trends und fern von 08/15. I.M.NAIL ist anders. Wir sind anders. Aber auch sehr bodenständig und umgänglich, falls Du das mit „normal“ meintest.

Für alle, die euch noch nicht kennen, stellt euch bitte vor, worum geht es bei I.M.NAIL?
I.M.NAIL ist eine Metalband aus Koblenz (RLP). Im Einzelnen sind das Ralf Diehm hinter den Drums, Eric Winter am Bass und mein Bruder Danny und ich teilen uns den Job an Gitarre und Gesang. Offiziell präsentierten wir I.M.NAIL zum ersten Mal mit Release unseres Debuts „Hyena Sunrise“ 2013 der Öffentlichkeit. Da wir zuvor keine Gigs spielten oder in irgendeiner anderen Form in Erscheinung traten, legten wir das Gründungsjahr auf 2012 fest, wenngleich die Anfänge der Band bis 2004/2005 zurückreichen. Im Sommer dieses Jahres veröffentlichten wir unsere aktuelle EP „Darkness for Rent“. Eine 5 Track Konzept-EP, die sich der Thematik des Todes und der damit einhergehenden Dunkelheit bedient.

Wie kamt ihr auf den Bandnamen I.M.NAIL?
Wir wollten „einfach“ einen Namen der fett klingt, Interesse weckt, einprägsam ist und im besten Fall noch mit unserer Musik in Einklang gebracht werden kann. I.M.NAIL erfüllt all dies für uns und die Reaktionen hierauf bestätigen dies auch immer wieder. Die Idee zu dem Namen kam mir nach einem zugezogenen Bänderriss vor langer Zeit im Wartezimmer einer Ambulanz. Während des Wartens entdeckte ich in einer Vitrine neben weiteren medizinischen Produkten auch einen Marknagel. Ich fand den Begriff und das Teil an sich damals schon so fett, dass ich es in meinem Hirnskasten direkt unter „Besonderes“ abgespeichert hatte. Eigentlich wollte ich mal nen Song so nennen, da ein deutscher Name für eine meiner Bands nie zur Debatte stand und die englische Übersetzung Intramedullery Nail einfach zu kompliziert erschien. Bei den Aufnahmen zu „Hyena Sunrise“ bin ich irgendwann auf die englische Kurzform für Marknagel „I.M.NAIL“ gestoßen, welche in Intensität und Power dem deutschen Wort ebenbürtig erschien und zudem noch ein aussprachebedingt geniales Wortspiel beinhaltet.

Habt ihr, bevor I.M.NAIL gegründet wurde, schon Erfahrungen in der Metal-Szene gemacht?
Ja sicher! Wir sind alle keine 18 mehr und jeder von uns ist schon viele Jahre als Musiker in der Szene unterwegs. Ich selbst bin seit Mitte der 90er im Undergound aktiv. Damals noch mit meiner ehemaligen Black/Death Combo und diversen Sideprojekts. Mit Ralf traf ich Anfang der 2000er in einer Groove-Metal Band aufeinander. Wir kannten uns schon zuvor und er heuerte mich als Sänger für seine damalige Band an, die sich daraufhin umstrukturierte und auch umbenannte. Nach ein paar Jahren verließ ich die Combo allerdings wieder, da ich mich auf Dauer mit dem Job als „nur“ Sänger nicht so wirklich anfreunden konnte. Die Band löste sich folglich auf und Ralf, Danny, unser früherer Bassist Lukas und ich begannen mit den ersten Proben zu I.M.NAIL. Parallel spielten Danny und ich zur Anfangsphase von I.M.NAIL noch in einem Grind/Industrial-Projekt. Eric stieß nach der Trennung von Lukas kurz nach der Veröffentlichung von „Hyena“ als neuer Bassist zu I.M.NAIL. Er war zuvor als Gitarrist vorrangig im Death/Core Bereich unterwegs.

Wie würdest ihr euren Musikstil beschreiben? Es ist kein traditioneller Metal, kein traditioneller Death oder Black Metal … was ist es dann?
Ausschlaggebend für I.M.NAIL ist, dass Du uns nicht in eine der üblichen Genre-Schubladen pressen kannst. Unsere Musik ist eine Fusion verschiedener Stile des Metal und Rock und daraus kreieren wir unseren ganz eigenen Stil! Wie das klingt? Nun, zumindest nicht wie der alltägliche Einheitsbrei oder ein weiteres 08/15 Plagiat. Diese musikalische Chimäre lässt sich nicht in Ketten aus rostigem Metal legen. Sowohl puristisch als auch progressiv, traditionell und zeitgleich modern. This is Titanium!

23004793_1624975810915113_9145212413760338229_oHattet ihr einen bestimmten Grund dafür, gerade TITANIUM (was zu Deutsch Titan heißt) als euer „Sprachrohr“ zu wählen?
Das liegt doch auf der Hand. Titanium – That´s what Intramedullary Nails are made of! Im Grunde bezeichneten wir unsere Mucke bisher immer als eine alternative Form des Metal. Daraus machten viele allerdings immer wieder Alternative Metal oder nur Alternative, was wir so direkt nicht sind. In die üblichen Schubladen passen wir nicht rein, aber die Nachfrage, welches Genre wir denn bedienen, kam immer wieder. Demnach machten wir kurzerhand für alle Kategoriefanatiker unsere eigene Schublade auf und nichts lag da näher, als das Metall, aus dem wir unserem Namen nach gemacht sind: Titan (Titanium)

Welche Ideologie steht hinter eurem kreativen Schaffen? Wenn ich euch nun nach einer Message frage, die an die Welt da draußen gehen soll, welche wäre das?
Mit einer aufgesetzten Pseudomessage kann ich Dir leider nicht dienen. Wir sind keine Band, die sich für die Öffentlichkeit schminkt und sich ein Image zu Grunde legt, welchem sie im wahren Leben doch selbst nicht gerecht wird. Wir brauchen keine giftgrünen Kontaktlinsen um finster drein zu schauen und predigen auch keine stumpfen Hass-Parolen. Unsere Message ist unsere Musik und diese ist ungeschminkt, ehrlich und hart wie das Leben selbst. Jeder Song trägt seine eigene Thematik und hat somit auch seine individuelle Message. Wenn Du diese verstehen willst, kommst Du nicht umhin unsere Texte zu lesen, welche mit unserer Musik Hand in Hand gehen, während die Musik die tonale Untermauerung dieser ist. Die Idee welche unserem Schaffen zu Grunde liegt, ist barrierefreier anspruchsvoller Metal, frei von Genregrenzen und Engstirnigkeit! I.M.NAIL komponiert Musik mit Tiefgang, die dem Hörer direkt ins Mark genagelt wird, um morschen Rückgrätern wieder Haltung zu verleihen, denn es ist immer an der Zeit, das Kreuz gerade zu machen! Metal up your Bones!

Habt ihr lustige Anekdoten aus eurem Musikeralltag auf Lager? Irgendwas, über das ihr im Nachhinein lachen könnt?
2015 spielten wir bei einem „großen“ Open Air auf dem Nürburgring, aber leider so gut wie vor leerem Haus. Trotz der Größe des Events und amtlicher Topacts war über die ganzen zwei Festivaltage wirklich fast kein Besucher da. Es gibt da ein Bild von Danny und mir, wie wir während der Stagetime einer anderen Band, mit nichts weiter als der Bühne im Rücken, mitten auf dem riesigen leeren Platz stehen. Hat sowas von Endzeit oder Death Valley. Der Veranstalter (übrigens ein sehr netter Kerl, der mir in seiner Situation echt leid tat) hat die Sache und vor allem die Wichtigkeit der crossmedialen Werbung vollkommen unterschätzt und sich wohl zu sehr und fast ausschließlich auf Werbung in den sozialen Netzwerken verlassen. Tja… Shit happens! Und bei der Nummer leider im ganz großen Stil.

Ihr seid Musiker mit großem Potential. Wo wollt Ihr hin? Auf die großen Weltbühnen oder ist das – aufgrund von Arbeit, Privatleben u.a. – eher nicht euer Ziel?
Wie ich zuvor schon mal sagte, stehen wir alle schon was länger im Leben und sind auch keine Greenhorns mehr in der Szene. Zeit und Erfahrung lassen Träumereien von einer Rockstar-Karriere ein gutes Stück weit realistischer und objektiver erscheinen. Das heißt aber nicht, dass wir kein Gas geben, ganz im Gegenteil. Aber in der Tat, ist der Spagat zwischen Banddasein und Privatleben, ohne Frage, ein immer wieder schwieriges Unterfangen. Hier gilt es das Gleichgewicht zu finden, an dem viele Musiker und Bands allerdings scheitern. Aber wir stehen immer noch! Und das, obwohl wir die komplette Sache so professionell wie möglich in DIY-Manier bewältigen. Das ist allerdings wirklich viel Arbeit und künftig werden wir wohl auch eine Zusammenarbeit mit Externen für Management und/oder Booking anstreben, um unseren Fokus wieder mehr auf die Musik richten zu können. Klar, kleine Clubgigs machen auch oft sehr viel Spaß, aber je größer und fetter Du die Band präsentieren kannst und umso mehr Leute Du vor der Bühne erreichst, umso geiler ist es doch. Demnach hoffen wir auch auf ein paar Festivalplatzierungen nächstes und auch in den kommenden Jahren.

Kommen wir zur letzten Frage: Wo finden euch eure Fans und können sie persönlichen Kontakt zu euch aufnehmen?
Im Netz unter www.imnail.de oder über die bekannten sozialen Netzwerke kann man mehr über I.M.NAIL erfahren und uns natürlich auch direkt kontaktieren. Wer es noch persönlicher mag, sollte unsere Tourdates im Auge behalten und uns live, laut und in Farbe erleben. Und auch für ein persönliches Gespräch bei unseren Gigs sind wir immer zu haben.

Vielen Dank für dieses Interview. Ich wünsche der Band und euch persönlich weiterhin viel Erfolg. Das letzte Wort gehört euch!
Martin, besten Dank an Dich für Dein Interesse an I.M.NAIL und den Support! People like you keep the underground alive!!! Allen Lesern, lege ich ans Herz, sich auch ein Stück „Darkness“ zu gönnen oder auch die oder den Liebste/n zu Weihnachten damit zu beglücken. Ordern könnt Ihr die neue Digipack-EP + Merchandise in unserem Webshop unter www.imnail.de Wem die digitale Version ausreicht, findet auf iTunes oder Amazon seine Portion Dunkelheit. Wer I.M.NAIL dieses Jahr noch einmal live bestaunen möchte, hat hier noch einmal die Chance, nämlich am 01.12.2017 – Kulturschock | Florinsmarkt | Koblenz.