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Interview mit No Brain Battery

Würdet ihr vier unseren Lesern bitte jeweils kurz euren musikalischen Werdegang beschreiben?
Ich (Thomas) habe im Jahr 2002 angefangen Schlagzeug zu spielen, ohne echte Vorkenntnisse zu haben. Da im damaligen Freundeskreis ein Drummer gesucht wurde, für eine Band. Ein 4/4 „Standard“ Rhythmus ging auch zu spielen, für den Rest reichte es allerdings noch nicht. Erst als ich Torben im Jahr 2009 kennen gelernt habe und wir für eine Vorgängerband namens „Jester Strain“ das erste mal zusammen gespielt haben, habe ich so richtig was dazu gelernt und mein Repertoire erweitert.

Kevin hatte 2006 Videos von Guns N‘ Roses gesehen, wobei ihm Tommy Stinson, der damalige Bassist, auffiel. Am Ende des Jahres begann Kevin dann Bass zu spielen. Relativ schnell danach wurde dann auch angefangen Gitarre und Synthesizer zu spielen und es wurden eigene Sachen aufgenommen.

Die erste Band in der Torsten gespielt hat, war eine Band von Kommilitonen von der Universität. In der Band wurden sowohl Rocksongs gecovert, als auch eigene komponiert. Als die alte Band sich später langsam auflöste haben Torsten und ich dann No Brain Battery gegründet

Torben hatte schon in jungen Jahren Unterricht in klassischer Konzertgitarre und sich über viele Jahre hinweg mal mehr, mal weniger intensiv mit dem Musizieren beschäftigt. Irgendwann wagte er die ersten Schritte mit der E-Gitarre und traf schließlich auf Thomas, mit dem es für ihn musikalisch und menschlich gut harmonierte. Mit ihm zusammen wirkte er zunächst als Gitarrist in seiner ersten Band „Jester Strain“.

Wie habt ihr letztendlich musikalisch zusammen gefunden und wie sahen eure gemeinsamen musikalischen Anfänge aus?
Nachdem sich die erste gemeinsame Band von mir (Thomas) und Torben aufgelöst hatte, stand ich erst einmal ohne Band da. Erstmal hatte ich damit abgeschlossen, aber schon nach kurzer Zeit merkte ich wieder, dass ich einfach noch immer Lust hatte mit einer Band Musik zu machen. Für mich war auch wichtig, vertrauen zu den Leuten zu haben, die in der Band sind, weil ich davor immer viele schlechte Erfahrungen mit Unzuverlässigkeit gemacht habe oder dass die Chemie zwischen den Leuten einfach nicht passte. Im Jahr 2013 befasste ich mich immer mehr mit der Idee, Musik aus alten Videospielen mit einer echten Band nachspielen zu wollen, da ich mich sehr für das Thema interessiere und auch selber viele Musikstücke in ihrer original form (also unverändert, so wie sie auf dem Nintendo NES, Commodore Amiga usw. abgespielt werden) sehr cool finde. Von meinem Cousin Torsten wusste ich auch, dass er gerne Musik aus alten Videospielen hört und da er auch Gitarrist ist, habe ich ihn gefragt, ob wir so etwas Mal versuchen wollen.

Im Herbst 2013 haben wir uns dann einen Proberaum gemietet und das ganze mal probiert. Wir haben aber schnell gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist diese alten Videospielstücke nach zu spielen, da diese zum Teil schon relativ schwierige kompositionen sind. Also haben wir einfach mit eigenen Liedern weiter gemacht. Da ich Torben noch kannte und wir befreundet geblieben sind, nach der Band „Jester Strain“, habe ich ihn Anfang 2014 gefragt, ob er nicht Lust hat als Basser in die Band mit einzusteigen. Als Torben sich dann ende 2015 dazu entschieden hat, vom Bass auf die E-Gitarre zu wechseln, hat er einen Freund gefragt, ob er nicht den Posten am E-Bass übernehmen möchte und so lernten auch Torsten und ich Kevin kennen, welcher nun seit 1 1/2 Jahren in der Band den Bass (und etwas Syntheziser) spielt.

Wie kamt ihr auf den Bandnamen?
Als wir unsere erste (Demo)CD aufgenommen haben, hatten wir noch keinen Bandnamen. Da haben wir einfach ein paar Listen gemacht und Dinge aufgeschrieben die uns gerade so in den Sinn kamen. Letztendlich kam dann eins zu anderem als wir etwas rumgealbert haben und haben einfach No Brain, was wir schon irgendwo auf einer Liste hatten, mit Battery verknüpft, weil wir irgendwo Batterie rum liegen sehen haben. Wir haben dann etwas hin und her überlegt, was das eigentlich bedeuten könnte und aus unserer sicht könnte man das unter anderem mit „Kein Gehirn Kampf“ übersetzen, quasi damit, dass man nicht zu viel grübeln sollte. Wir dachten: „Ja das passt gut.“

interview1Was ist an euch anders, als bei anderen Bands? Gibt es etwas, was euch stark von anderen Unterscheidet?
Schwer zu sagen. Ich denke nicht, dass wir jetzt etwas Besonderes sind. Wir sind einfach eine Band, die sich untereinander sehr gut versteht und wo auch das Vertrauen innerhalb der Band wichtig ist. Ich kann aus meiner Sicht auf jeden Fall behaupten, dass ich mit den anderen aus meiner Band befreundet bin, ich denke die anderen werden es ähnlich sehen. Vermutlich nichts, dass uns grundlegend von allen anderen Bands unterscheidet. Allerdings sind wir auch keine Zweckgemeinschaft, die sich nur regelmäßig zum Proben trifft und ansonsten nichts miteinander zu tun hat.

Wenn wir gerade schon bei anderen Bands sind. Gibt es Größen zu denen ihr aufseht?
Also aufschauen würde ich jetzt nicht sagen. Nach wie vor kann jede Band interessant sein, die authentisch anfühlt und nicht gegen unsere Wertvorstellungen verstößt, da sie einfach ihren eigenen Weg gehen.Mit Größen ist es aus meiner Sicht sowieso so eine Sache. Klar kann die Musik gut sein, die Botschaft der Texte auch, aber ab einer bestimmten Größe wird man auch etwas unnahbar als Band/Künstler, vermutlich auch notgedrungen, und da fällt es mir persönlich meistens etwas schwer mich noch wirklich mit dieser Band zu identifizieren. Letztendlich ist es uns auch gar nicht wirklich wichtig, jetzt speziell so oder so sein zu müssen. Wir machen einfach unser Ding, was uns gerade so gefällt. Klar wird man immer irgendwie von anderen Bands die man hört beeinflusst, allerdings geht es bei uns mehr darum, sich nicht irgendwo in eine Richtung lenken zu lassen, als mehr darum, die Musik und Texte als eigenes ausdrucksmittel zu benutzen, für das was uns ausmacht.

Eure erste Demo CD „Approaches“ erschien 2016. 2017 folgte dann die Single „I don’t miss the Sun“. Was kommt als nächstes?
Wir haben gerade die Aufnahmen für die kommende EP abgeschlossen. Von diesen Aufnahmen stammt auch die Veröffentlichung „I don’t miss the Sun“. Der Plan ist es, die fünf Songs, die dabei heraus gekommen sind, auf reinen Webbasierten Plattformen zu veröffentlichen. Sobald wir mindestens noch 5 weitere Songs im Kasten haben, wollen wir zusammen mit den jetzt aufgenommenen 5 Songs eine neue CD heraus bringen.

2018 steht ja vor der Tür. Wie sehen eure Pläne für das erste Halbjahr aus?
2018 fangen wir erst einmal an Konzerte zu spielen. Bestätigen können wir auf jeden fall schon mal Samstag den 03. Februar, da sind wir in Hamburg, im Klub.K. Weitere Konzerte sind definitiv noch in Planung. Dazwischen und danach basteln wir weiter fleißig an neuen Songs. Im Moment scheint unser Output da recht hoch zu sein, weil wir relativ schnell zu neuem Material kommen, mit dem wir auch zufrieden sind.

Danke das ihr vier euch den Fragen gestellt habt. Interessieren würde uns noch, bevor wir zum traditionellen Abschlusswort kommen, was ihr Privat für Musik hört?
Ich selber bin da recht weit gefächert. Zum einen höre ich viel rocklastige Musik. Vor allem Bands wie Gleucifer, The Hellacopters, Bloodlights, frühere Backyard Babies Scheiben und auch viele weitere Bands aus dem skandinavischen Raum haben es mir sehr angetan. Hinzu kommen Bands, die starke Punk-Einflüsse haben, wie z.B. Donots, Bambix, Anti-Flag etc. Aus dem Bereich Stoner-Rock wären unter anderem Kyuss, FU Manchu und die früheren Queens of the Stone Age Scheiben zu nennen. Sofern mir das Thema und der Slang zusagt, höre ich auch gerne mal Hip-Hop. Wie bereits erwähnt, mag ich Musik aus alten Videospielen. Zu finden ist solche Musik im Genre Chiptunes. Auch alter 80’s-Pop mit Synthiziser gefällt mir sehr. Ich liebe diesen alten elektronischen Sound einfach, so etwas ist heute leider etwas verloren gegangen.

Torsten höre eigentlich alles Mögliche. Ich glaube ihm würde es auch schwer fallen, das  ganze an echtes Genre festzumachen, was er wirklich bevorzugt. Da kommen dann schon so interessante Mischungen wie TheFatRat, Yiruma oder Radwimps vor, die bei ihm auf dem Plattenteller landen. Also von Glitch-Hop über Klassik bis nach J-Pop.

Von den musikalischen Interessen her ist Torben recht breit gefächert. Besonders inspiriert fühlte er sich schon länger von Bands, die die Emotionen in ihren Songs über starke Kontraste vermitteln, z.B. in Form von Clean/Shout-Gesang. Die Dynamik von lauteren, aggressiven Teilen und „weicherem“ bzw. melodiösem Gesang fasziniert ihn sehr. Er hört daher viele Bands aus dem Post-Hardcore, speziell der Generation Anfang der 2000er bzw. jene, die ihren „rohen“ Stil von damals weitestgehend beibehalten oder erweitert haben, beispielsweise „Silverstein“ und „Hawthorne Heights“. Aktuell gefällt ihm die eher am Post-Metal orientierte Band „Devil Sold his Soul“ ausgesprochen gut.

Kevin hört alles von Baroness über Guns N‘ Roses zu Pink Floyd, also ziemlich Rocklastig.

Nun, dass letzte Wort gehört euch.
Vielen Dank für das Interview. Wir würden uns freuen, wenn ihr unsere Konzerte besucht und auch mal unsere Musik auscheckt. Auf www.nobrainbattery.com findet ihr dazu alle Links zu unseren News, unserer Musik und unseren Konzertterminen.