Scandalous Deed – Sub your Culture

Scandalous Deed – Sub your Culture
Genre: Punkrock

Die Gruppe Scandalous Deed, um Frontfrau und Bassistin Anna-Louise, besteht seit 2011. Zusammen mit Christian (git), Jörn (git/back-vox) und Norman (drums), erschien im Frühjahr 2016 das erste Studio-Album. Musikalisch liegen die Wurzeln definitiv im Punkrock (obwohl ich irgendwie auch ständig an Guano Apes denken muss), aber hier geht es deutlich melodiöser zu und Annas Stimme lässt die Platte wie einen Klatschmohn im Gleisbett aus dem Haufen der Rotzbands hervorstehen. Unterstützt wird sie, wie schon geschrieben, durch Jörn, dessen Gesang (Sorrow!) etwas dreckiger daherkommt. Mir selbst gefällt das Mischungsverhältnis beider Stimmen nicht ganz, aber das ist nicht weiter störend, da der Sound im Gesamtbild rund, fett produziert und in sich stimmig ist.

Auch, dass die vier viel Herzblut hineingesteckt haben, merkt man am gelungenen Songwriting der 10 Titel, von denen 9 auf Englisch und lediglich einer auf Deutsch ist. Letzterer ist, meiner Meinung nach leider auch der schwächste Song. Ansonsten fetzt das Album durchweg. Es kommt trotz der großteils ernsten Texte, wie z.B. in „Borderline“ (SORROW!) und dem Anti-Pegida-Song „Burning Buildings“ recht fröhlich daher. So wie Norman live mit seinem Megaphon für Aufmerksamkeit sorgen möchte, beginnt er hier 4 Songs (u.a. „Blast from the past“ und „Let me out“) mal lautstark und mal dezent, aber immer auf den Punkt.

DER Hit schlechthin ist „Scandal“, den man bereits nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Das Album schließt mit der Ballade „The reason“ ab und hier kann Annas Stimme besonders gut überzeugen, auch wenn diese live viel besser zur Geltung kommt und die Band dort insgesamt noch mehr Schmackes(SORROW!) hat. Also wer das Album gut findet, sollte auf jeden Fall auch mal ein Konzert von Scandalous Deed besuchen.

Tracklist

1. Far away
2. Borderline
3. Back to the light
4. Blast from the past
5. Burning buildings
6. Let me out
7. Freitag Nacht
8. Darker getting days
9. Scandal
10. The reason

Text: Oliver Sommer